Gedenkmarsch 2013 in Magdeburg – Ehrenhaftes Gedenken statt Anpassung an den Zeitgeist!

Magdeburg am 12. Januar 2013 – ein aufregender Jahresstart mit schönem Ende. Aufregend waren die letzten Tage in vielerlei Hinsicht doch das Fazit fällt durchweg gut aus. Keine Blockade die uns erreichte, nicht erwähnenswerte Zahlen an für uns vernehmbaren Gegendemonstranten, ein disziplinierter Marsch, die Reihen hunderte Meter lang und 1.200 anständige Menschen um uns. Weiterhin eine lange Route durch Magdeburgs Süden (der oftmals den Eindruck der frühen Nachkriegszeit macht), drei Kundgebungen, von denen eine direkt vor dem örtlichen Antifawohnobjekt „Libertäres Zentrum“ stattfindet und gut ablaufende An- und Abfahrten der Teilnehmer lassen sich vermelden.
So schrecklich schien die Schar der geifernden Antifafotografen unsere Ankunft gegen 13 Uhr an einem kleinen Magdeburger S-Bahnhof nicht zu finden. Ihr Interesse war jedenfalls wieder einmal unbeschreiblich und zehntausende Fotos werden es wohl sein die es in nächster Zeit zu verwerten gibt. Ach, was wären sie nur ohne uns… Ob sie uns doch so oft verteufeln und verfluchen – wir bleiben für sie ein lukratives Geschäft. Unser Marsch formierte sich jedenfalls ohne ihr zutun und ohne langwieriges Warten.
Erste Kreuzung, unschwer zu erkennen ein mickriges Banner „Die Linke“. Kurzes Gekreische, gewohnt sinnfreie Sprechchorversuche der zehn Kommunisten und ihrer Freunde. Sie kommen nicht an, unsere Lautsprecheranlage leistet ihre Arbeit. Die Kommunisten und ihre Freunde sind außer sich. Ein Meer aus Fahnen und Transparenten füllt die Kreuzung vollständig aus. Die nun folgenden klaren Worte geißeln den Zeitgeist und betonen unseren Willen auch zukünftig hier zu stehen.
marsch2013
Einige Kilometer weiter südlich. „Deutsche Polizisten schützen die Faschisten“ kreischt es unaufhörlich aus dem Fenster, teures Fotogerät wird aus dem bunten Gebäude auf uns gerichtet, Musik erschallt für einige Sekunden laut, zwei Personen trommeln unmusikalisch auf Kochtöpfen. Wieder klingen die verpflichtenden Worte in den verschiedenen deutschen Dialekten durch die Straßen – hier stehen wir, hier steht Deutschland! Zwei Pflastersteine fliegen über ein Tor, ein kurzes Zucken geht durch die Reihen, es erweckt den Anschein als starte ein Leichtathletiklauf. Schon einen Augenblick später steht außer den schutzsuchenden Polizisten wieder jeder an seinem Platz – Disziplin.
Die endlosen Reihen bewegen sich weiter. Unter ihnen auch Teilnehmer aus Norwegen, Holland und der Ostmark – unser Gedenken, es wird international, es wird europäisch. Es wirkt mitunter als seien gerade sie heute besonders stolz hier sein zu dürfen um mit uns zu trauern. Das sollen sie, wir danken ihnen für ihre Teilnahme so wie wir jedem der 1.200 Teilnehmer aufrichtig danken. Wir sehen uns im nächsten Jahr, denn auch im Januar 2014 heißt es wieder
„Ehrenhaftes Gedenken statt Anpassung an den Zeitgeist“.

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